Ich und mein kleines AL,
es ist so schmerzhaft und unangenehm, dass man im Nachhinein auch schon wieder darüber lachen kann.
Seit Jahren haben ich und mein kleines AL ein Problem miteinander. Alles fing damit an, dass die Ärzte zu den beiden Geburten meiner Kinder meinten mich bis zum Analegrande aufsch neiden zu müssen, damit die Beiden ein besseres Durchkommen hätten, jedoch trage ich es bis heute mit meinem kleinen AL aus. Diese Prozedur hat es mir bis heute nicht verziehen und lässt es mich ein- bis zweimal im Jahr so richtig spüren.
Am Sonntagmorgen fiel mir schon auf, dass da etwas nicht stimmt und ich bekam schon eine leise Vorahnung. „Oh, oh! Es geht schon wieder los! Dass darf doch wohl nicht wahr sein!“ Ich verbrachte meinen Sonntag in der Hoffnung, dass sich alles wieder beruhigt und es abklingt. Immer mit einem wachsamen Auge auf mein „kleines AL“.
Zum Abend wusste ich es genau, mein kleines AL gibt nicht auf. Es musste mir mal wieder zeigen wer hier der Boss ist! Mir wurde mit zunehmenden Schmerzen klar, dass ich morgen früh zum Arzt musste.
Über Nacht nahmen die Qualen zu, ich konnte nicht auf der linken A-Backe liegen, nicht auf der rechten und sitzen war schon gar nicht drin. Mir war nur noch schlecht vor lauter Schmerzen.
Pünktlich um 7:30 Uhr stand ich bei meinem Arzt auf der Matte, die Schwester meinte noch, nachdem ich Ihr mein Kommen erklärt hatte, dass ich, bis ich dran wäre, im Wartezimmer Platz nehmen solle. Ich hätte Sie würgen können. Auch mein Arzt meinte im vorbeigehen, dass dort doch so viele freie Plätze seien und ich nicht im Gang stehen müsse. Ich lächelte ihn mit meinem schmerz verzogenen Gesicht an und da glaube ich erkannte er mich und ich sagte ihm: „Ich kann mal wieder nicht sitzen.“, Schließlich war ihm mein gestörtes Verhältnis zu meinem kleinen AL sehr wohl bekannt.
10 Minuten später lag ich auch schon auf der Pritsche im Behandlungszimmer. Mein Arzt meinte, das dass endlich mal ein Ende haben muss und überwies mich sofort in die Chirurgie.
Dort endlich angekommen, nach einem schmerzhaften und qualvollem Fußmarsch, begegnete mir die Schwester sehr unfreundlich, denn schließlich hätte ich ja keinen Termin und es kann sehr lange dauern, ich könne ja so lange Platz nehmen. „Blöde Kuh!“ hab ich da nur noch gedacht.
Aber vielleicht wollte mir die Schwester ja auch nur klar machen, mich in Zukunft mit meinen kleinen AL vorhergehend abzustimmen, wann es seine Eskapaden bekommt, denn dann hätte ich ja die Chance gehabt mir frühzeitig einen Termin in der Chirurgie zuholen und vor allem keine Wartezeiten. Na das nenne ich ja mal Fortschritt! „Planen Sie Ihren Krankenstand mit Ihren erkrankten Organen und Sie kommen gleich dran!“ Und einen Vorteil hat es ja auch noch - man wird nicht so plötzlich aus dem Berufs- und Familienleben gerissen, denn schließlich war es ja geplant. So nach dem Motto: „Hallo Chef denken Sie bitte dran, nächste Woche haben ich und mein kleines AL den Krankenstand geplant und nen Termin in der Chirurgie haben wir auch schon!“ Also was soll man dazu noch sagen?!
Nach fast zwei Stunden Wartezeit im Stehen und unter unendlichen Schmerzen kam ich endlich dran.
Gegen 12:00 Uhr war ich dann schließlich zu Hause und erleichtert, da der Schmerz endlich nachließ und ich musste laut anfangen zu lachen:
Da stehst du da zwei Stunden und wartest, dass du dran kommst. Und was machen die?
„Reißen Dir den Arsch auf!“
Im wahrstem Sinne des Wortes.
Zur Belohnung bekam ich, dann einen TERMIN zur Nachkontrolle.
Oooooh man, war ich froh!!!
![]()